Do. 15.05.25, Gefühle und Gedanken nach dem Arzttermin
Ich war an einem Punkt angekommen, an dem ich das Gefühl hatte keine Kraft und Ausdauer mehr zu haben. Am liebsten hätte ich meine Ersparnisse genommen, wäre auf eine Weltreise aufgebrochen, hätte den Krebs Krebs sein lassen und wäre solange gereist, bis es mit der Erkrankung nicht mehr ging, wäre dann in die Schweiz zur aktiven Sterbehilfe und Ende…
Natürlich war das keine Option!!! Aber der Gedanke war da! Es kann sich keiner Vorstellen was die Diagnose eines „massiven, aggressiven Turbo-Brustkrebs“ und dann noch Triple negatives Mammakarzinom mit gerade mal 46 Jahren mit einem macht, geschweige denn die ganzen Abklärungen und Arztgespräche die daraufhin folgen. Alleine das zieht einem die Schuhe aus. Bei mir kommt aber eine 19-jährige Dauer-Kopfschmerzerkrankung noch dazu, die ist ja nicht weg, die Kopfschmerzen und Kopfschmerzattacken habe ich ja trotz neu hinzugekommener Diagnose auch noch. Ich war wirklich am Ende! Hatte keinen Bock mehr auf den „ganzen Scheiß“.
Da mir meine Freundin Claudia angeboten hatte, dass ich mich jederzeit melden kann egal wie es mir geht, tat ich das abends noch. Die Arme bekam ebenfalls die volle Dröhnung ab, ich tobte, weinte und schrie am Telefon, da ich wütend, verärgert, gefrustet, traurig, deprimiert, entkräftet, leer und völlig fertig mit der Welt war. Ich schimpfte mit Gott, Jesus und meinen Engel und kotzte mich einmal völlig aus, wofür ich meiner Freundin SEHR DANKBAR war. Einfach sein zu dürfen, wie ich in diesem Moment war ohne Verurteilung und Bewertung ihrerseits. Nach dem Gespräch fing mich mein Schatz dann zusätzlich nochmals auf. Danach ging es mir besser. Es stellte sich endlich wieder eine Ruhe in mir ein.
Die nächsten beiden Tage grenzte ich mich so gut wie möglich ab, wollte über das Gespräch mit dem Chirurgen nicht reden, um mich nicht wieder der negativen Energie auszusetzen und auch meine Eltern, meinen Bruder und meine engsten Freunden mit meinen eigenen Aussagen zusätzlich zu schocken.
Am Montag war die nächste Blutentnahme mit den wichtigen Blutwerten angedacht und am Dienstag hatte ich wieder einen Termin bei der neuen Frauenärztin. Nächste Woche würde sich also rausstellen, welchen Weg ich weiter gehen würde… OMG!