Do. 17.04.25, Termin Brustzentrum
Hier wurde mir nun erklärt, dass ich ein Triple-negatives Mammakarzinom habe, welches auf keine hormonellen Medikamente und auch auf kein Medikament bzgl. des HER2-neu Rezeptors ansprechen würde. Die Wachstumsgeschwindigkeit betrage mind. 30%, was ich so nicht bestätigen konnte, denn das „Zeug“ wuchs deutlich schneller in mir, wie ich selbst ertastet hatte.
Nach der nun folgenden Ultraschalluntersuchung konnte gesehen werden, dass es eine weitere große Unregelmäßigkeit in derselben Brust Höhe 11 Uhr gab. Das war mir nicht neu, da ich bereits an dem Sonntag vor 1,5 Wochen selbst schon ein linsengroßes Knötchen festgestellt hatte. Nachdem der Radiologe nach der Mammographie und dem Ultraschall dazu nichts gesagt hatte, war ich davon ausgegangen, mich getäuscht zu haben.
Außerdem äußerte die Ärztin, dass ein Lymphknoten auffällig sei, was der Radiologe bei seiner Untersuchung 9 Tage zuvor auch schon festgestellt hatte.
Bzgl. der Behandlung wurde mir gesagt, dass es ein „tolles, neues Medikament“ geben würde, das für mich in Frage kommt. Mir wurde erklärt, dass mein Immunsystem den Krebs zwar erkannt hätte, dass der jedoch so clever sei, dass er eine „Tarnkappe“ tragen würde, damit das Immunsystem ihn nicht mehr erkennt. Das Medikament würde nun diese „Tarnkappe“ abnehmen damit das Immunsystem die kranken Zellen erkennen könne. Bis hier her, hörte sich alles noch ziemlich vernünftig an. Nun stellte sich jedoch heraus, dass mir gerade eine Chemotherapie unterbreitet wurde. Meine Frage, ob wir vor einer Chemo nicht zuerst einmal mein Immunsystem checken sollten, da sonst nach der Chemo evtl. gar kein Immunsystem zur Bekämpfung der „enttarnten“ Krebszelle da sei, da die Chemo ALLES platt macht, also ALLE ZELLEN inklusive dem Immunsystem, wurde abgetan. Das sei irrrelevant, lies ich mir von der Ärztin sagen, da in dem Medikament etwas enthalten sei, das die Zellen, die später die Krebszellen bekämpfen sollen, gestärkt und zur Zellteilung angeregt werden würden. Mit einer CHEMO, schon klar! Glaub ich das nun auch vollends…
Ab hier bin ich dann ausgestiegen und habe der Ärztin erklärt, dass ich keine Chemo mache und was die Alternative sei. Daraufhin sagte sie wortwörtlich zu mir: „Es gibt keine Alternative Frau Kinzler, dann sterben sie! Das überleben sie nicht!“ BAMM!!! Was für ein Schlag ins Gesicht! Ich war wie gelähmt und total geschockt nach dieser Aussage. Ich solle mir doch mal alles in Ruhe anhören. Ok, dann hörte ich mir den Rest eben auch vollends an.
Letztendlich wurden mir 2x12 Wochen Chemotherapie mit Clip/Port in den Tumoren „angeboten“, anschließend hätte ich 4 Wochen Pause, danach würde man die Tumore heraus operieren und anschließend noch bestrahlen. Natürlich dürfe ich nach dieser ganzen Prozedur in eine Reha. Wie schön!
Als nächstes müsse man ein Staging CT und ein MRT machen und dann das Tumorboard abwarten. Für den 02.05.2025 könne sie mir einen Termin zum Staging CT und MRT im Klinikum blocken. Ich äußerte, dass ich erstmal darüber schlafen müsse.
Danach war ich natürlich fertig, völlig fertig! Roundabout 1 Jahr Krankenhaus/Therapien, Haarausfall inklusive, unfassbar!!! Angeblich gab es keine Alternative, obwohl mir vom Radiologen also auch von Dr. Kurvin etwas anderes gesagt worden war. KRASS!!!
Nach diesem Termin hatte ich zum ersten Mal einen richtigen Ausraster: ich war so wütend, auf Gott, aufs Universum, auf das Leben, einfach auf alles! WARUM ICH? Jetzt hatte ich schon seit 19 Jahren Dauerkopfschmerzen und die Kopfschmerzattacken und ein Leben das aufgrund dieser Sache nur noch mit 100 angezogenen Handbremsen gelebt werden konnte und jetzt noch das on top! Geht's noch!!! Ich hätte meine Wohnung auseinander nehmen können, so wütend, traurig und frustriert war ich. Und natürlich war unterschwellig eine fiese Angst zu spüren! Was wenn ich das wirklich nicht überlebe…?
Trotz allem bekam ich es hin innerhalb von ca. 3 Stunden nach dem Termin das Selbstmitleid auf die Seite zu packen und ein positives Mindset zu generieren.